Der von Jerome Bruner 1976 geprägte Begriff erweiterte Vygotskys Zone der nächsten Entwicklung zu einer operativen Pädagogik. Gutes Scaffolding ist kalibriert (auf die aktuelle Grenze der Lernenden abgestimmt), kontingent (passt sich den Antworten an) und verblasst (zieht sich zurück, während die Kompetenz wächst).
Schlechtes Scaffolding macht das Gegenteil: es ist generisch, statisch, dauerhaft. Die Lernenden zeigen Leistung nur, solange das Scaffold da ist. Nimmt man es weg, bricht die Leistung zusammen — weil die Fähigkeit nie nach innen gewandert ist.
Die sokratische Hint-Kette von Fluera ist ein Beispiel für Fading. Beim ersten Versuch keine Hints. Bei Zögern ein breiter Hint. Bei weiterem Zögern ein engerer. Wenn du ein Konzept zweimal ohne Hilfe schaffst, verschwindet diese Scaffolding-Stufe für immer. Die KI arbeitet darauf hin, sich überflüssig zu machen.